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Wie geht man mit anderen Menschen richtig um?

Die Kommunikation mit und unter Menschen funktioniert manchmal richtig top: reibungslos, angenehm, alles ist gut.

 

Manchmal wird es aber auch kompliziert. Es kommt zu Streitereien, Diskussionen, Beschuldigungen. Und es läuft eben nicht mehr gut.

 

Kann man etwas dafür tun, dass man immer ein gutes Verhältnis zueinander und einen respektvollen, freundlichen Umgang miteinander pflegt?

 

 

Lassen Sie uns in Gedanken einige Hypothesen bilden. Diese Annahmen können uns dabei helfen, Lösungsmöglichkeiten für komplexe Herausforderungen und deren Ursachen zu finden.

Die 1. Hypothese lautet: Wenn Sie mit Ihren Mitmenschen immer gut umgehen, dann werden sie im Gegenzug auch mit Ihnen gut umgehen.

Das hört sich schon fast selbstlos an. Und aus Erfahrung wissen wir alle: das funktioniert einfach nicht immer. Und dann wird es anstrengend. Oft heißt es, das sei doch nur gut gemeint gewesen, aber…

 

Die 2. Hypothese lautet: Behandeln Sie andere Menschen so, wie Sie selbst behandelt werden möchten.

Das klingt schon besser und selbst reflektierend. Sie beschäftigen sich auf jeden Fall mit Ihren Interessen und Ihren Bedürfnissen, zum Beispiel nach Harmonie, Anerkennung, Sicherheit, Zughörigkeit. Vielleicht machen Sie sich empathische Gedanken für den anderen. Sie versetzen sich in die Perspektive des anderen – möglicherweise liegen Sie damit richtig. Aber wenn der andere es ganz anders sieht? Dann bilde ich eine weitere Vermutung:

 

Die 3. Hypothese lautet: Behandeln Sie den anderen so, wie er selbst behandelt werden möchte.

Vielleicht sind wir hier auf dem richtigen Weg. Um aber in Erfahrung zu bringen, wie der anderen behandelt werden möchte, müssen Sie sich mit ihm oder ihr austauschen.

 

Kennen Sie die Geschichte vom Ehepaar, das seinen 50. Hochzeitstag miteinander feiert?

Jahrelang hat sie immer die obere Brötchenhälfte gegessen und ihm die untere Hälfte der Semmel gegeben. Weil sie dachte, dass er den unteren Teil lieber mag.

Genauso lang hat er immer die untere Hälfte gegessen, weil er davon ausging, dass seine Frau einfach die obere Hälfte lieber mag.

Beide handelten aus Liebe für den anderen, wollten dem anderen etwas Gutes tun. Und erst an ihrem 50. Hochzeitstag stellte sich heraus, dass es genau umgekehrt ist! Und darüber haben sie erst jetzt miteinander gesprochen. Aber: nun haben sie die Möglichkeit, die Brötchenhälften nach ihren persönlichen Präferenzen miteinander zu teilen.

 

Im übertragenen Sinn heißt das: Sprechen Sie miteinander darüber, was der andere möchte und was nicht. Und auch gerne auf welche Art und Weise.

 

Und so schließt sich für mich auch der Kreis zu der eingangs gestellter Frage, wie man mit Menschen umgehen sollte. Bitte so, wie der andere behandelt werden möchte – also Hypothese Nr. 3.

 

Und genauso funktioniert auch eine Mediation zur Konfliktlösung: wir sprechen miteinander darüber, was Sie möchten und wie Sie sich das gegenseitig ermöglichen können. Sind das nicht gute Aussichten, auch für Sie, um die Behandlung zu bekommen, die Sie sich für sich selbst wünschen?

 

 

Text, Grafik & Redaktion: Nadine Greck