Familienmediation: Ist ein Kompromiss eigentlich die Lösung eines Konflikts?

Bereits als Kinder haben wir gelernt: Ein Kompromiss ist eine gute Sache. Da trifft man sich einfach in der Mitte. Streitereien mit Geschwistern oder auf dem Pausenhof um Spielzeuge oder um Süßigkeiten sind so schnell gelöst. Aber was hat es denn mit einem „faulen Kompromiss“ auf sich?

Kennen Sie diese Situation? Ein Streit oder eine Diskussion ist beendet. Man hat sich mit einem Kompromiss geeinigt. Jeder hat etwas nachgegeben, etwas abgegeben und auch etwas dafür bekommen. Man fühlt sich gut. Aber nach einer gewissen Zeit nagt es an Ihnen. Sie stellen sich die Frage: Hat der andere nicht doch mehr bekommen als ich? 

Habe ich für den lieben Frieden doch zu sehr nachgegeben?

Kommen Sie nun also zu dem Schluss, dass Sie zu viel nachgegeben haben, fühlen Sie sich als Verlierer. Und Sie sehen den anderen als Gewinner. Wenn diese Situation eingetreten ist, befinden Sie sich in der Falle des faulen Kompromisses.

Der faule Kompromiss als Falle – was Sie nun tun können

Sie haben nun mehrere Möglichkeiten, um aus dieser Falle heraus zu kommen:

  • Sie tun nichts und lassen das Ganze auf sich beruhen. Sie sparen ihre Energie und lernen daraus.
  • Sie suchen erneut das Gespräch und versuchen, nachzuverhandeln.
  • Sie setzen sich ein neues Ziel: einen Konsens.

Was ist der Unterschied zwischen einem Kompromiss und einem Konsens?

Bei einem Kompromiss hat jeder etwas abgegeben und jeder hat etwas bekommen.

 

Aber damit ist noch nicht das volle Potential aller Lösungsmöglichkeiten ausgeschöpft.

 

Bei einem Konsens hingegen geht es darum, die Lösung gemeinsam zu erarbeiten, die für alle Beteiligten die beste Lösung ist.

 

Man nennt dies auch „den Kuchen vergrößern“: mit Ideen, die auf den ersten Blick nicht ersichtlich sind. Ideen, die unabhängig vom eigentlichen Verteilungsproblem sein können, aber damit kombiniert werden können. 

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Die Antwort auf die eingangs gestellter Frage, ob ein Kompromiss die Lösung eines Konflikts ist, lautet: Ja. Vielleicht. Vielleicht nur für eine Zeit lang, vielleicht auch für immer. Es ist lohnender und nachhaltiger, anstelle eines Kompromisses einen Konsens als Konfliktlösung anzustreben. Denn:

Ein Konsens bedeutet, dass es nur Gewinner und keine Verlierer gibt.

Wie Sie einen Konsens mit mediativen Werkzeugen oder mithilfe einer Mediation erreichen können, lesen Sie hier im Magazin.

 

Ich freue mich auf Sie!

 

Ihre Nadine Greck

 

 

Text, Grafik und Redaktion: Nadine Greck