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Wir verstehen uns: Gelingende Kommunikation in der Familie

Kommunikation zwischen Menschen ist sehr komplex. Eigentlich sogar erstaunlich, dass wir, gerade wenn es vielleicht auch um mehr als nur zwei Kommunikationspartner geht, überhaupt so oft zu einem Ergebnis kommen, oder tatsächlich verstehen, was das Gegenüber uns gerade sagen möchte.

 

Und trotzdem, je verschiedener die Vorstellungen und Werte, die Prägung oder auch das was wir Erwarten und uns wünschen ist, desto eher kommt es zu Missverständnissen. Wie können wir also dafür sorgen, dass unsere Kommunikation gelingt? Allein, und zusammen. Hierbei spielen beispielsweise Bedürfnisse eine große Rolle.

 

 

Wie Sie Kommunikationsfallen entdecken und vermeiden und zusätzlich eine wertschätzende Feedbackkultur in der Familie prägen können, erfahren Sie in diesem Artikel von Jana Lenhart, Praktikantin bei NG Mediation.

Zunächst ein wichtiger Punkt vorab. Vermutlich sogar der wichtigste.

 

Für gelungene Kommunikation müssen alle Beteiligten gesehen, gehört und ernstgenommen werden.

 

Das bedeutet, dass beispielsweise bei einer Entscheidung in der Familie auch die Kinder ihre Meinung, ihre Wünsche und ihre Bedürfnisse aussprechen dürfen und dabei ernstgenommen werden. 

Wann funktioniert Kommunikation in der Familie nicht?

Vielleicht kommt Ihnen diese, oder eine ähnliche Situation bekannt vor. Die Familie sitzt am Tisch und es soll entschieden werden, wohin es dieses Jahr in den Urlaub geht. Am Anfang ist es noch recht harmonisch. Doch plötzlich entgleitet die Situation. Kind A weint, Kind B ist wütend, der Partner/die Partnerin genervt und sie versuchen die Situation wieder einzufangen und zu schlichten.

 

Oder: eine wichtige Entscheidung steht an. Beispiel: Wo feiern wir dieses Jahr Weihnachten? Sie merken, wie die Situation von Anfang an angespannt ist und plötzlich geht es nur noch darum, wo man zuvor Ostern, Weihnachten, oder die Pfingstferien verbracht hat.

 

Diese Beispiele sind sehr plakativ, aber sie zeigen etwas: Mit was beschäftige ich mich gerade eigentlich? Mit mir selbst, oder mit der Frage, was das Beste für die gesamte Familie ist? Mit der Annahme, dass es sowieso keine Lösung gibt, mit der alle zufrieden sind, oder mit dem Versuch, eine Lösung zu finden mit der alle einverstanden sind.

 

Meistens steckt natürlich noch viel mehr dahinter. Beispielsweise Familienmitglieder, die sich in vorangegangenen Situationen nicht gehört, oder gesehen gefühlt haben und ihre Wünsche nicht mehr, oder nur noch teilweise äußern. Egal ob eine Entscheidungsfindung nicht vorangeht oder „aus dem nichts“ eskaliert, oft liegen (unterschwellige) Konflikte vor. Unsere Bedürfnisse und Interessen wurden nicht von anderen gewürdigt. Vielleicht nicht einmal von uns selbst. 

Wichtig zu wissen ist: Konfliktthemen entsprechen in der Regel nicht den Konfliktmotiven.

Das heißt: vordergründig sprechen wir darüber, wohin die nächste Urlaubsreise gehen soll, hintergründig sprechen wir aber gerade darüber, wessen Bedürfnisse im Vordergrund stehen und wer sich gehört fühlt.

 

Konflikte sind aber nicht per se schlecht. Funktionale Konflikte unterstützen uns und unsere Familie in der Entscheidungsfindung und der Erarbeitung von beispielsweise Prinzipien oder Werten. Dysfunktionale Konflikte zerstören und belasten. 

 

Oft entstehen Konflikte auch, weil der Umgang miteinander, oder getroffene Entscheidungen als unfair empfunden werden. Das Bedeutet also im Umkehrschluss, dass es ratsam und erfolgsbringend ist, sich um faire Entscheidungen zu bemühen. Denn wenn alle Beteiligten diese als fair empfinden, sind auch alle aktiv dabei und offen, für kommende Gespräche. 

Wie funktioniert eigentlich Kommunikation?

Jeder Mensch sieht durch seine eigene Perspektive, hat eine eigene Wahrnehmung und bildet somit seine eigene Wahrheit. Oft gibt es kein „richtig“ oder „falsch“, sondern eher ein „ich“ und „du“. Die mögliche Kommunikationsfalle ist hierbei, dass Sie selbst etwas in das Gesagte des Gegenübers hineininterpretieren und es sich so vom Gehörten unterscheidet. Denn Sie selbst hören mithilfe von Erfahrungen, die sie mit ihrem Gesprächspartner und in ähnlichen Situationen bereits gemacht haben. Das führt dazu, dass sie Vermutungen anstellen - und das nicht immer bewusst. Genauso geht es Ihrem Gegenüber.

 

Eine weitere Falle ist die Komplexität der Sache. Denn das menschliche Gehirn macht es sich gerne leicht und versucht, Informationen in verschiedene Kategorien zu unterteilen, um die Komplexität der Informationen, die in einem Gespräch auf Sie einprasseln zu reduzieren. Hierbei können wichtige Informationen verloren oder verändert werden.

Auch trägt hierzu bei, dass wir fehlende Informationen mit unseren eigenen Interpretationen auffüllen. Um diesen Fallen zu entgehen ist ein Perspektivenwechsel hilfreich. Also ein Austausch über die jeweiligen Sichtweisen. Das Ziel sollte sein, sich gegenseitig zu verstehen, oder mindestens nachzuvollziehen.

 

Fragen Sie sich hierbei selbst, was sie eigentlich sagen möchten und ob Sie Ihr Gegenüber bewusst um Verständnis, eine Tätigkeit oder eine Meinung bitten, oder lediglich eine Information teilen möchten.

 

Ein wichtiger Tipp ist hierbei, dass Sie selbst das Gesagte und Verstandene in eigenen Worten zusammenfassen und daraufhin eine Gegenfrage stellen: „Habe ich richtig verstanden, dass…“, „Du möchtest, dass ich …“. Dieses Gespräch wird so lange fortgeführt, bis sich alle Beteiligten sicher sind, dass sie sich verstanden haben und dies auch kommunizieren.

 

Wenn dieses gegenseitige Verständnis erarbeitet wurde, sind möglicherweise einige unserer Bedürfnisse erfüllt. Beispielsweise Harmonie, Verbundenheit, Sicherheit, Bestätigung, Zugehörigkeit, Kontakt, Wertschätzung, Vertrauen, Gemeinschaft, Austausch, Freude, … 

Unsere Bedürfnisse und Interessen treiben uns an

Denn Sie sind unsere Motivatoren, unser Potential, aber auch unser Mangel, den wir spüren, wenn wir von etwas zu wenig haben. Wenn Sie sich dessen bewusst sind, wird es Ihnen leichter fallen, Ihre Bedürfnisse nicht nur zu erkennen, sondern auch zu reflektieren und zu kommunizieren und diese bei anderen zu erfragen.

 

 

Gerade in der Familie, sowie in Beziehungen ist das besonders wichtig, damit sich jedes Familienmitglied wohl, gesehen und geliebt fühlt. 

Funktioniert das auch bei Feedback?

Gerade im familiären Kontext kann das Thema Feedback zu Konflikten führen, weswegen die zwischenmenschliche Kommunikation hierbei eine besonders wichtige Rolle spielt. Denn ein Feedback kann vieles sein, von einem Geschenk bis zu einer Überrumpelung oder Herausforderung.

 

Ein gutes Feedback kann uns stärken, bestätigen, wertschätzen und uns Anerkennung geben. Es kann uns konkrete Handlungsempfehlungen geben, die uns weiterbringen. Ein schlechtes Feedback hingegen verunsichern, kränken und belasten.

  

Wenn Sie hierbei die gleiche Herangehensweise wie vorab genannt wählen und die gleichen Fragen stellen, kann es Ihnen helfen, gutes und konstruktives Feedback zu geben, das einen wertvollen Beitrag für eine gelingende zwischenmenschliche Kommunikation und Ihr die Beziehung zu Ihrem Gegenüber leistet.

Sie möchten das eben Gelernte über gelungene Kommunikation in der Familie verstärken?

Hierfür bietet Ihnen die NG Familienmediation Workshops für Kinder (9- 14 Jahre) und Erwachsene im November 2021 in München an.

 

Die Kurse werden im Familienzentrum FAM in München Allach, St-Johann-Straße 26, 80999 München stattfinden.

 

Und für Sie als Newsletter-Abonnent haben wir gleich zwei Geschenke:

  1. Erhalten Sie pro Anmeldung zum Workshop einen Rabatt in Höhe von je € 5,00. Den Gutscheincode haben wir in unserem passwort-geschützten Downloadbereich hinterlegt. Das Passwort erhalten Sie, indem Sie sich für unser kostenfreies Online Magazin und somit für den Newsletter HIER anmelden.
  2. Und das 2. Geschenk: Melden sich mindestens zwei Personen aus einer Familie für diese Workshopreihe im November 2021 an, erstatte ich Ihnen im Nachgang einmalig € 10,00 pro Familie.

Workshop Cool Moms & Dads am

 

  • Donnerstag |
  • 18. November 2021 |
  • 19:00 - 21:00 Uhr
  • inklusive Workbook.

 

Hier geht es zur Anmeldung.

 

 

Workshop Cool Kids, 9-14 Jahre am

  • 2 x Mittwoch |
  • 10. & 24. November 2021 |
  • jeweils von 16:00 - 18:00 Uhr
  • inklusive Workbook

optionaler Elternabend am: Donnerstag | 25.11.21 | 19:00 - 20:00 Uhr via Zoom.

Hier geht es zur Anmeldung.

(c) Text, Grafik & Redaktion: Jana Lenhart und Nadine Greck