Familien im Lockdown: So lösen Sie angespannte Siatuationen

Viele von uns stoßen nun (erneut) an die Grenzen ihrer Belastbarkeit. Wie können wir nun – insbesondere als Eltern – nun Prioritäten setzen? Wie bleiben wir ruhig und gelassen? Wie können wir jedem Familienmitglied und auch uns selbst gerecht werden?

 

 

Ja, es ist nicht leicht. Wir befinden uns als Eltern immer wieder im Zwiespalt und im Spannungsfeld zwischen Verpflichtungen unterschiedlichster Art. Wir haben das Gefühl, dass wir zur Zeit nichts und niemandem gerecht werden, dass wir nichts zu 120%, nichts zu 100%, nichts zu 80%...und kaum etwas zu 50% schaffen können.

Auch bei in meiner Familie ist nicht immer alles „Eitel Sonnenschein“ oder „Friede, Freude. Eierkuchen“. Wir haben aber für uns festgestellt: mit einer bestimmten Haltung und ein paar Tools kann es uns gelingen. Und das möchte ich nun gerne als Ihre Familienmediatorin und Konfliktlösungsexpertin mit Ihnen teilen.

 

  • Lassen Sie los.

Erkennen Sie: ich kann zurzeit wirklich nicht alles leisten. Es ist nicht möglich, es ist nicht realisierbar.

 

  • Priorisieren Sie.

Welche Themen und welche Dinge sind wirklich wichtig? Was soll, kann und will ich leisten, machen, erledigen?

 

  • Reflektieren Sie.

Fragen Sie sich, was Ihnen wirklich wichtig ist und warum.

 

  • Tauschen Sie sich mit Ihrer Familie aus.

Lassen Sie jedes Familienmitglied zu Wort kommen.

 

Bitte: binden Sie die Bedürfnisse und Interessen von sich, ihrem Partner*in und Ihrer Kindern ein. 

Denn: für jeden Menschen – ob groß oder klein – ist es ein wichtiges Gefühl, eingebunden zu sein, gefragt zu werden, mitgestalten zu können. Und das auf eine nachhaltige Art und Weise.

 

  • Entscheiden Sie gemeinsam.

Was ist für Sie als Familie wichtig?

Besprechen und entscheiden Sie gemeinsam, wann Zeit für was ist: wer ist wann im Home-Office? Wann ist Home-Schooling? Wann ist Home-Kindergarten? Home-Cooking, Home-Entertainment, Home-Haushalt, Home-Playing, Home-Relaxing…?

 

  • Lassen Sie dazwischen auch etwas Raum für Flexibilität.

Zuverlässigkeit ist wichtig, aber auch spontane Anpassungsfähigkeit braucht ihren Raum. Bitte strapazieren Sie letzteres nicht übermäßig.

 

Gerne erzähle ich Ihnen noch ein paar Beispiele aus dem echten Leben.

Sie möchten eine gesunde, leckere Gemüsesuppe kochen, die Kinder wünschen sich aber Pfannkuchen?

Dann kochen Sie gemeinsam mit den Kindern die Suppe mit Pfannkuchenstreifen und lassen Sie einige Pfannkuchen zur Nachspeise übrig. Verwenden Sie zwei Pfannen für die Pfannkuchen. Vielleicht sogar drei?

 

Lassen Sie die Kindern den Tisch decken und schnippeln.

Auf diese Weise verbringen Sie auch wertvolle gemeinsame Zeit.

Und: Ihre Kinder gestalten wirksam mit. Sie lernen und erkennen, dass man helfen kann, dass man ein wichtiger Teil der Familie sein kann. Und: dass ihre Unterstützung ein wichtiger Bestandteil ist. Ohne die Kinder geht es nicht. Gemeinsam sind Sie stark!

 

Kochen Sie vielleicht die doppelte Menge, dann haben Sie am darauffolgenden Tag weniger Arbeitszeit für die Zubereitung. Aufwärmen geht schnell! Oder Sie befüllen die Pfannkuchen am nächsten Tag pikant.

 

Ihre Kinder möchten das Sandmännchen sehen? Dann schauen Sie sich die Sendung doch alle zusammen – auch mit den großen Kindern.

 

Ihre Kinder streiten sich um den letzten Apfel im Haus? Natürlich können Sie diesen aufteilen, aber die Kinder werden damit nicht unbedingt zufrieden sein – sie wollten ja jeweils einen ganzen Apfel!

 

Dann vergrößern Sie den Kuchen der Lösungsoptionen im wahrsten Sinne des Wortes.

Seien Sie kreativ, fügen Sie eine Orange und eine Banane hinzu und schon gibt es einen leckeren Obstsalat. Oder: gestalten Sie gemeinsam einen tollen Eisbecher: eine Kugel Vanille-Eis mit Apfelschnitzen! Oder: machen Sie einen Apfelpfannkuchen daraus.

 

Mein Fazit für Sie:

Erkennen Sie an, dass momentan nicht alles möglich ist. Finden Sie Ihren Weg – so wie es für Ihre Familie richtig ist. Tauschen Sie sich mit anderen aus, aber bitte: versuchen Sie nicht, von Ihrem Weg zu überzeugen. Oder anders gesehen: was für die Familie in der Nachbarschaft funktioniert, muss nicht auch für Sie und Ihre Familie wirken.

 

Jeder Mensch hat seine eigene Perspektive, seine eigene Wahrheit und Wahrnehmung.

Binden Sie deshalb die Bedürfnisse aller Familienmitglieder ein und sorgen Sie für gegenseitiges Verständnis. Das erleichtert und bereichert Ihr gemeinsames Familienleben. Versprochen.

 

 

Text, Grafik und Redaktion: Nadine Greck